Rassepräsentation anläßlich der Heimtiermesse auf der Internationalen Grüne Woche in Berlin 2015
Aus der Sicht des Rauhhaarteckel-Rüden ZILLE vom Odinsse
 

Als Frauchen am Donnerstagmorgen sagte: „Komm Zille, wir gehen zur Grünen Woche“ war ich gleich  hell auf begeistert, denn von der Grünen Woche in Berlin habe ich schon viel gehört und da dachte ich mir, ich bin dabei. Zumal ja die unterschiedlichsten Länder ihre kulinarischen Spezialitäten dort schon seit vielen Jahrzehnten vorstellen. Na, das ist doch was für einen kulinarisch angehauchten Rauhhaarteckel wie mich.

Leider liess Frauchen unerwähnt, oder ich muss es überhört haben, dass wir auf der Heimtiermesse stellvertretend für die Teckelgruppe Birkholz, dem Deutschen Teckelklub 1888 e.V.  und deren Rassevertreter, dem interessierten Publikum etwas näher vorstellen wollten. Aber dazu später mehr.

Also fuhren wir nun los zum Messegelände am Funkturm; vorher lieferten wir noch meine Schwester Finba und meinen Neffen Neptun bei „Oma + Opa“ ab.  Angekommen am Messegelände war ich schon ganz Feuer und Flamme: endlich, mein langersehnter Wunsch ging in Erfüllung. Ich, Zille, ein gestandener Rauhhaarteckel, darf die kulinarischen Genüsse vieler Länder durchforsten und probieren.

Aber dann kam alles ganz anders ….

Frauchen ging mit mir über das Gelände zur Halle 26. Aber Moment mal, die Länderhallen sind doch in einer ganz anderen Richtung, habe mir zu Hause auf dem PC genau alles angesehen und die Hallennummern gemerkt. Frauchen erklärte mir dann schließlich, das Teckel in diesen Hallen nicht erwünscht sind. Na so ein Mist, hätte ich das nur vorher gewusst, aber Bitte, wenn Sie die Meinung eines erfahrenden Teckels über ihre kulinarischen Spezialitäten nicht wissen möchten, dann eben nicht. Also gingen wir zu den Tierhallen. Als wir die Halle 26, betraten suchten wir die Stände mit den Rassehundevereinen auf und Frauchen führte uns direkt zum Stand des Deutschen Teckelklub 1888 e.V. Ja, die Halle war schon sehr interessant, wir trafen Spitze, Windhunde, Havaneser, Belg. Schäferhunde, Pudel und meine Freunde, die Beagle. Außerdem waren da noch Reptilien und diverse Fische (auch sehr interessant, die Aquarien waren genau seitlich gegenüber unserem Teckelstand und da konnte ich sie genau beobachten). Unser Stand war genau gegenüber dem Ehrenring, dort wurden einige Hunderassen und Aktivitäten mit dem Hund genauer vorgestellt. Eine kleine süße Parson Russell Terrierhündin, leider habe ich ihren Namen vergessen, stellte mit ihrem Frauchen die ziemlich neue Sportart Obedience vor. Frauchen sagte, das wäre ja auch was für uns Teckel, aber ich schaute sie mit meinem Dackelblick ganz vorwurfsvoll an und dachte mir so dabei: „Vergiss es Frauchen“. Hier ist eine Wikipedia-Definition über Obedience (engl. „Gehorsam“): Obedience ist eine Hundesportart, bei der es besonders auf harmonische, schnelle und exakte Ausführung der Übungen ankommt. Obedience wird auch als „Hohe Schule“ der Unterordnung bezeichnet. Ein eingespieltes, gutes Mensch-Hund-Team ist eine Grundvoraussetzung. Bei Obedience-Prüfungen geht es nicht allein um den Gehorsam des Hundes. Es spielt auch seine Sozialverträglichkeit mit anderen Menschen und Hunden eine große Rolle.

Dann kam eine wirklich aus teckelsicht sehr interessante Vorstellung. Der Berliner Pro-Kat - Verein für Katzenfreunde e.V. stellte seine Miezekatzen etwas genauer vor, sie liefen sogar teilweise an einer Leine und Brustgeschirr im Ring umher. Frauchen hatte mich vorsichthalber in unserem Stand festgemacht, er war nur von einer ca. 50cm Balustrade umgeben und sie traute mir altem Teckelsenior irgendwie nicht (kann mir gar nicht vorstellen, warum), aber ich hörte sehr aufmerksam zu und versuchte die Katzen zu beobachten, was gar nicht so einfach war, weil ziemlich viele Leute vor meiner Nase standen und ausführlich den Worten des Präsidenten des Katzenvereins lauschten.
In der Zwischenzeit kamen auch ganz viele Leute bei uns vorbei und irgendwie haben sie mich immer sofort erkannt und riefen ganz entzückt, "oh ein Rauhhaardackel, ein Waldi und was für ein schöner", so hatte ich im Laufe des Vormittags doch viele neue Namen bekommen. Sie fragten Frauchen über unsere Rasse aus und ob es wirklich wahr ist, dass wir so einen Dickkopf haben. Oft kam auch die Frage ob wir zur Stöberjagd und zur Nachsuche eingesetzt werden können. Alles kein Problem, machen wir wirklich perfekt und manche von uns auch mit sehr großer Ausdauer und Hingabe. Nur Frauchen ist mittlerweile eine olle Spielverderberin, denn sie hat Angst um mich, bin ja schließlich schon etwas älter und mein Herz ist mittlerweile auch nicht mehr ganz so kräftig, (aber nur das Herz, sonst bin ich ja noch in top Form). Wir gehen regelmäßig zu meiner Freundin, sie ist eine richtige Dackelkardiologin und eine super Nette, sie beruhigt Frauchen immer und versichert ihr, dass ich mindesten 100 Jahre bei der guten Pflege werde. Na, jedenfalls klärte Frauchen die netten Besucher ganz professionell auf und beantwortete geduldig ihre Fragen (Na ja, mein Frauchen kennt sich ja nun mittlerweile über 25 Jahre mit unserer Rasse aus und da hat sie im Laufe der Jahre viele viele viele Erfahrungen mit uns, speziell auch mit mir gemacht). Ich liess mich geduldig kraulen und hopste immer mit den Vorderpfoten auf die Balustrade, damit die Besucher sich nicht bücken mußten. Bin ja schließlich ein Gentleman. Es fragten doch tatsächlich mehrere Besucher, ob sie mich kaufen und sofort mitnehmen könnten. Oh, da mußte ich mich erstmal setzen  und Frauchen genau beobachten. Frauchen sag jetzt nix Falsches, aber nun ja, auf mein Frauchen ist verlass, natürlich bin ich unverkäuflich. Puh, das ging nochmal gut, Frauchen meinte hinterher zu mir: “Zille, Du mußt Dir keine Sorgen machen, du bist mein absoluter Liebling und bist unverkäuflich“ ...
Also, nach gefühlten 30 Streichelattacken und freundlichen Beratungsgesprächen muß auch mal ein vorbildlich erzogener Vertreter seiner Rasse sich anderen Geschäften zuwenden, also gingen wir vor die Tür und ich konnte mich lösen. Wir kamen an weiteren interessanten Tieren vorbei, Pferde vor Kutschen und ich habe Kontakt mit einer Kuh und ihrem Kälbchen geknüpft, das Kälbchen hatte aber etwas Angst vor mir, dann sind wir schnell weiter. Als wir durch eine andere sehr interessante Halle gingen, wollte ich mir doch die Tiere mal etwas genauer ansehen, aber mein Frauchen hatte es mal wieder eilig und wir sind schnell durch die Halle gehuscht. Schade, es waren dort ganz viele Kaninchen und dann noch riesengroße graue Tiere mit einem Geweih, kannte diese Art noch gar nicht und ich kenne viele, denn ich bin vor meiner Rente viel im Wald und auf Jagden unterwegs gewesen und da habe ich so einige heimische Wildarten kennengelernt, aber diese waren nicht dabei. Doof nur, dass Frauchen so schnell an deren Gehege vorbei ist, denn ich wollte doch mal Hallo sagen, sie sagte aber nur, komm Zille wir müssen schnell zurück zum Stand und sie erklärte mir aber noch, dass das Elche sind. Man sind die groß gewesen, auweia, aber als echter Berliner Teckel kenne ich keine Angst vor großen Tieren und mögen die noch so „wild“ sein ….
Auf dem Rückweg zum Stand bekamen wir noch von einem netten jungen Mann eine Probe mit Futter und einen Knochen zum Zähneputzen, weil ich so ein Süßer bin, geschenkt. Der Mann erklärte Frauchen, dass dies jetzt ein neues Produkt seiner Firma sei und so ein Dackel, wie ich, damit 20 Minuten Kauspaß hätte. Zurück am Stand gab Frauchen mir den Knochen und siehe da, unser Testergebnis lautete: „Lieber Herr Knochenvertreter, ich brauchte knappe 5 Minuten, dann war der Knochen aufgefuttert“. Nun hatte ich mein 2. Frühstück und haderte sehr geduldig und vorbildlich der Dinge die da kamen, es waren dann nochmal gefühlte 30 Streichel- und Knuddelattackten, von kleinen und großen Besuchern. Am liebsten sind mir ja die kleinen Leute, die meistens nämlich einen Snack in der Hand haben, nur schade, dass Frauchen immer danebenstand und so doll aufgepaßt hat. Also, beim nächsten Mal muss ich doch besser mit ihr das Honorar für die Streichel- und Knuddelattacken aushandeln. Ich dachte so an einen Hundekeks für eine Streicheleinheit, oder …
Nach 4 Stunden kam dann unsere Ablösung in Form von Rauhhaarteckel-Dame Facy und ihrem Sohn Atomic, sowie Frauchen Bettina, wir haben dann noch einen Moment unsere Erlebnisse ausgetauscht und ich habe Facy noch ein paar Ratschläge in Sachen Knuddel- und Streichelkattacken mit auf dem Weg gegeben. Dann bin ich mit Frauchen zum Ausgang und ab nach Hause.
Zuhause gab es dann Mittag, na endlich und ich bin doch etwas geschafft ins Körbchen schlafen gegangen. Vorher haben wir noch meine Schwester und meinen Neffen wieder abgeholt. Habe ihnen ausgiebig von meinen Erlebnissen erzählt, Neptun war total begeistert und wollte am liebsten auch gleich zur Grünen Woche. Aber Frauchen hat ihn vertröstet und ihm erzählt, dass er im nächsten Jahr mit darf. Ich muss mich jetzt erstmal ausruhen, bin ja schließlich schon 12,5 Jahre alt und brauche auch meine Ruhezeiten nach diesem sehr aufregenden Vormittag. Nun träume ich von den vielen Streicheleinheiten und den Eindrücken von der Grünen Woche und von Frauchens Worte, dass ich so ein lieber kleiner Teckelmann bin und ich mich so vorbildlich dem neugierigem Publikum präsentiert habe. Sie ist wahnsinnig stolz auf mich und so glücklich mit einem so tollen Teckel zusammenleben zu dürfen …
Bericht: Zille vom Odinsee. Die Fotos sind von meinem Frauchen Alexandra Gorell, sie hat übrigens auch meinen Bericht in den PC eingegeben, das kann ich nämlich nicht …
Hier sind noch Impressionen von der Standbesetzung am Samstag. Dort waren von unserer Teckelgruppe Birkholz Dominic Krohne mit Bismarck, Michaela Freifrau von Godin mit Fritzi & Magdalena Schabram mit Justav vertreten ...
Fotos: Magdalena Schabram