Rassepräsentation anläßlich einer Jagdmesse auf dem Schloss und Gut Liebenberg im Oktober 2012 ...
Bereits zum zweiten Mal rief es die engagierten Mitglieder der Teckelgruppe Raben aus Berlin zur Jagdmesse nach Schloss und Gut Liebenberg. Das ehemalige ca. 1.000 Hektar große Staatsjagdgebiet der ehemaligen DDR-Führung wurde 19... von der Deutschen Kreditbank (DKB) erworben und seitdem unter dem Dach einer gemeinnützigen Stiftung kernsaniert. Das Resultat kann sich sehen lassen: nicht nur für Traumhochzeiten, sondern auch für passionierte Jäger wird Vieles geboten.

Neben zahlreichen anderen Rassehundverbänden präsentierten wir also den Deutschen Teckel und traten mit dem Ziel an, die gängigen Vorurteile gegenüber diesem wunderbaren Universal-Jagdhund auszuräumen. Während wir im letzten Jahr diesem Ziel nur bedingt nachkommen konnten, weil unser Wirkungsgrad auf der Rückseite der Hauptallee etwas begrenzt war, bekamen wir in diesem Jahr die absolute Aufmerksamkeit der Hauptbühne.

Karin Kobart, Züchterin vom Odinsee, übernahm nicht nur das wochenlange Training vor der großen offiziellen Darbietung, sondern auch die lautsprechergestützte Moderation. Kurz verschaffte sie einen historischen Überblick und verschwieg auch nicht, dass die Gesellschaftsjagd mit dem Teckel eine jahrhundertelange Tradition habe. Nachdem sie den unserem geliebten Hund zustehenden Respekt einforderte und seine Leistungen würdigte, stellte sie die drei Größen, Haararten und verschiedenen Farben vor- unsere Gruppe konnte fast je ein Beispielexemplar vorführen und der Gesichtsausdruck der Zuschauer ließ vermuten, dass die Vielfalt begeisterte. Dann aber war der Moment gekommen, um die allseits gescholtene Eigenwilligkeit, den Ungehorsam und die begrenzte Aufnahmefähigkeit des Teckels ad absurdum zu führen. Frau Kobart gab der angetretenen Gruppe das Signal zum kreisförmigen Aufstellungnehmen und "Marsch". Wir führten die Hunde im Abstand von ca. 50 cm hintereinander durch zügiges bei-Fuß-laufen und konnten durch die einstudierten Formen der Quadrille und der Schnecke die Leinenführigkeit und den Gehorsam unter größtmöglichen Ablenkungsfaktoren beweisen. Auf die Schwierigkeit der Schneckenfigur sei hier nochmal ausdrücklich hingewiesen, denn bei dem sich immer weiter verkleinernden Radius des abzulaufenden Kreises bis hin zum Stillstand im Kern des Kreises haben die Hunde und Hundehalter noch einen Abstand von ca. 15- 20 cm. Alle Hunde haben in dieser Endposition im Zentrum des Kreises trotz erhöhtem Stress- und Engebefindens ruhig zu sitzen und keine Geräusche zu geben, bis der Befehl "Kehrt" und "Fuß" die Gruppe wieder zum kreisförmigen laufen in die Ausgangsposition versetzt. Falls der Leser diesen Ausführungen nur schwer folgen kann, seien Sie versichert, diese Figur stellte hohe Disziplin- und Gehorsamsansprüche an Hund und Mensch, was während der Trainingswochen von sehr viel Heiterkeit begleitet wurde.
Anschließend zeigte Herr Hartwig mit seinem Ottermann, dass Teckel auch dressierbar sind, Frau Kobart ließ ihren Quichote einen versteckten Fuchsbalg finden, Herr Krohne lief frei bei Fuß mit seinem Bismarck schlangenförmig durch die Hundemeute und Frau Kutter legte ihre Standards Alois und Hubertus auf 40 m frei ab und rief sie zu sich.

Euphorischer Beifall, strahlende Kindergesichter und stolze Hundeführer waren das Ergebnis dieser anspruchsvollen Rassepräsentation.

Passend zur Oktoberfestsaison verbrachten wir die Mittagspause auf der sonnigen Terrasse des Jagdtrainingszentrums mit frisch gegrillten Wildbratwürsten und kühlem Bier. Anschließend wiederholten wir das Programm noch einmal und taten somit alles teckelmögliche, um den ältesten deutschen Hundeclub bekannter zu machen. Ein weiteres Highlight im wahrsten Sinne des Wortes waren unsere signalorangenen Treiberwesten mit der Aufschrift: DTK 1888 e.V. Wir waren ein Blickfang!
Bericht: Karin Kobart & Dominic Krohne